Im Herbst und Winter, wenn die relative Luftfeuchtigkeit sinkt und die Temperaturunterschiede zwischen Morgen und Abend zunehmen, kommt es an verschiedenen Baustellen zu einer allmählichen Ausbeulung und Verformung der Klebefugen von Glas- und Aluminiumfassaden. Selbst bei Tür- und Fensterprojekten kann es bereits am Tag des Verfugens oder innerhalb weniger Tage zu Oberflächenverformungen und Ausbeulungen der Klebefugen kommen. Dieses Phänomen wird als Dichtstoffausbeulung bezeichnet.
1. Was versteht man unter Dichtungsausbeulung?
Die Aushärtung von einkomponentigen, witterungsbeständigen Silikondichtstoffen für den Baubereich beruht auf der Reaktion mit der Luftfeuchtigkeit. Bei langsamer Aushärtung des Dichtstoffs verlängert sich die Zeit, die für eine ausreichende Aushärtungstiefe benötigt wird. Ist die Oberfläche des Dichtstoffs noch nicht ausreichend ausgehärtet und ändert sich die Breite der Klebefuge deutlich (üblicherweise aufgrund der thermischen Ausdehnung und Kontraktion des Bauteils), wird die Oberfläche der Klebefuge beeinträchtigt und uneben. Manchmal bildet sich eine Ausbeulung in der Mitte der gesamten Klebefuge, manchmal eine durchgehende Ausbeulung und manchmal eine verdrehte Verformung. Nach der vollständigen Aushärtung sind diese unebenen Klebefugen innen vollständig geschlossen (keine Hohlräume), was zusammenfassend als „Ausbeulung“ bezeichnet wird.
Die Ausbeulung der Klebenaht einer Aluminium-Vorhangfassade
Die Ausbeulung der Klebenaht der Glasfassade
Das Ausbeulen der Klebefuge bei Tür- und Fensterkonstruktionen
2. Wie kommt es zu einer Vorwölbung?
Die Hauptursache für das Phänomen der Ausbeulung liegt in der signifikanten Verformung des Klebstoffs während des Aushärtungsprozesses. Diese Verformung resultiert aus dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren wie der Aushärtungsgeschwindigkeit des Dichtstoffs, der Größe der Klebefuge, dem Material und der Größe der Platte, der Bauumgebung und der Ausführungsqualität. Um das Problem der Ausbeulung in Klebefugen zu beheben, müssen die verursachenden Faktoren beseitigt werden. Bei einem konkreten Projekt ist es in der Regel schwierig, Temperatur und Luftfeuchtigkeit manuell zu kontrollieren, und das Plattenmaterial, die Plattengröße sowie die Gestaltung der Klebefuge sind vorgegeben. Daher kann eine Kontrolle nur durch die Art des Dichtstoffs (Verformbarkeit und Aushärtungsgeschwindigkeit) und durch die Anpassung an Temperaturschwankungen in der Umgebung erreicht werden.
A. Die Beweglichkeit des Dichtmittels:
Bei einem konkreten Fassadenprojekt lässt sich aufgrund der festgelegten Werte für Plattengröße, Plattenausdehnungskoeffizient und jährliche Temperaturänderung der Fassade die minimale Dehnfähigkeit des Dichtstoffs anhand der vorgegebenen Fugenbreite berechnen. Bei schmalen Fugen ist ein Dichtstoff mit höherer Dehnfähigkeit erforderlich, um die Anforderungen an die Fugenverformung zu erfüllen.
B. Aushärtungsgeschwindigkeit des Dichtstoffs:
In China werden für Bauwerksfugen derzeit meist neutrale Silikonklebstoffe verwendet, die sich je nach Aushärtungstyp in oxim- und alkoxyvernetzende Typen unterteilen lassen. Oximsilikonklebstoffe härten schneller aus als Alkoxysilikonklebstoffe. In Baustellenumgebungen mit niedrigen Temperaturen (4–10 °C), großen Temperaturschwankungen (≥ 15 °C) und geringer relativer Luftfeuchtigkeit (< 50 %) lassen sich die meisten Probleme mit Ausbeulungen durch den Einsatz von Oximsilikonklebstoffen lösen. Je schneller der Dichtstoff aushärtet, desto besser kann er Verformungen der Fuge während der Aushärtung entgegenwirken. Je langsamer die Aushärtung und je größer die Bewegung und Verformung der Fuge, desto leichter kommt es zu Ausbeulungen.
C. Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Baustellenumgebung:
Einkomponentiger, wetterfester Silikondichtstoff härtet nur durch Reaktion mit der Luftfeuchtigkeit aus. Daher beeinflussen Temperatur und Luftfeuchtigkeit die Aushärtungsgeschwindigkeit. Generell gilt: Höhere Temperaturen und Luftfeuchtigkeit beschleunigen die Reaktion und Aushärtung, während niedrige Temperaturen und Luftfeuchtigkeit die Aushärtung verlangsamen und das Aufquellen der Klebefuge begünstigen. Empfohlene optimale Baubedingungen sind: Umgebungstemperatur zwischen 15 °C und 40 °C, relative Luftfeuchtigkeit > 50 % rF. Der Klebstoff darf nicht bei Regen oder Schnee verarbeitet werden. Erfahrungsgemäß kommt es bei niedriger relativer Luftfeuchtigkeit (längerfristig um 30 % rF) oder großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Abend – die Tagestemperatur kann bei etwa 20 °C liegen (bei Sonnenschein erreichen Aluminiumpaneele in der Sonne 60–70 °C), die Nachttemperatur sinkt jedoch nur auf wenige Grad Celsius – häufiger zum Aufquellen der Klebefugen an Fassaden. Insbesondere für Aluminium-Vorhangfassaden mit hohen Materialausdehnungskoeffizienten und signifikanter Temperaturverformung.
D. Plattenmaterial:
Aluminiumplatten sind ein gängiges Plattenmaterial mit einem höheren Wärmeausdehnungskoeffizienten, der 2- bis 3-mal höher ist als der von Glas. Daher weisen Aluminiumplatten gleicher Größe eine größere thermische Ausdehnung und Kontraktion als Glas auf und neigen aufgrund von Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht eher zu starken thermischen Bewegungen und Ausbeulungen. Je größer die Aluminiumplatte, desto größer die durch Temperaturschwankungen verursachte Verformung. Aus diesem Grund kann dasselbe Dichtungsmittel auf manchen Baustellen Ausbeulungen verursachen, während auf anderen keine auftreten. Ein Grund hierfür könnte die unterschiedliche Größe der Fassadenelemente auf den beiden Baustellen sein.
3. Wie lässt sich ein Ausbeulen des Dichtmittels verhindern?
A. Wählen Sie ein Dichtmittel mit relativ schneller Aushärtung. Die Aushärtungsgeschwindigkeit hängt hauptsächlich von den Eigenschaften des Dichtmittels selbst sowie von Umgebungsfaktoren ab. Wir empfehlen die Verwendung unserer „Winterschnelltrocknungs“-Produkte oder die individuelle Anpassung der Aushärtungsgeschwindigkeit an die jeweilige Anwendungsumgebung, um die Gefahr von Wölbungen zu minimieren.
B. Wahl des Bauzeitpunkts: Was ist zu tun, wenn die relative Verformung (absolute Verformung/Fugenbreite) der Fuge aufgrund von niedriger Luftfeuchtigkeit, Temperaturunterschieden, Fugengröße usw. zu groß ist und sich die Fuge trotz Verwendung eines Dichtmittels immer noch ausbeult?
1) Die Bauarbeiten sollten möglichst an bewölkten Tagen durchgeführt werden, da der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht gering ist und die Verformung der Klebeverbindung gering ist, wodurch die Gefahr des Ausbeulens geringer ist.
2) Es sind geeignete Beschattungsmaßnahmen zu ergreifen, z. B. die Verwendung von Staubschutznetzen zum Abdecken des Gerüsts, damit die Paneele nicht direkt dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, die Temperatur der Paneele gesenkt wird und durch Temperaturunterschiede verursachte Verformungen der Verbindungen minimiert werden.
3) Wählen Sie den geeigneten Zeitpunkt für das Auftragen des Dichtmittels.
C. Die Verwendung von perforiertem Trägermaterial erleichtert die Luftzirkulation und beschleunigt die Aushärtung des Dichtstoffs. (Manchmal wird der Schaumstoffstab aufgrund seiner Breite während der Verarbeitung eingedrückt und verformt, was ebenfalls zu Ausbeulungen führt.)
D. Tragen Sie eine zweite Schicht Klebstoff auf die Fuge auf. Zuerst wird eine konkave Klebstoffschicht aufgetragen, die 2–3 Tage aushärten und elastisch werden muss. Anschließend wird eine Schicht Dichtmittel auf die Oberfläche aufgetragen. Dieses Verfahren gewährleistet eine glatte und ästhetisch ansprechende Oberfläche der Klebefuge.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Phänomen der Ausbeulung nach dem Verfugen kein Qualitätsmangel des Dichtstoffs ist, sondern auf das Zusammenwirken verschiedener ungünstiger Faktoren zurückzuführen ist. Die richtige Wahl des Dichtstoffs und wirksame Vorsichtsmaßnahmen beim Verfugen können die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Ausbeulungen deutlich reduzieren.
[1] 欧利雅. (2023).小欧老师讲解密封胶„起鼓“原因及对应措施.
Hinweis: Einige Bilder stammen aus dem Internet.
Veröffentlichungsdatum: 31. Januar 2024